Türkranz

Da immer einmal wieder Fragen dazu kommen, möchte ich zeigen, wie man einen Türkranz umhäkeln kann. Die Angaben zu Maschenzahlen sind natürlich nur als Beispiel, diese werden abweichen, da muss man einfach selbst probieren :o)

  • Für den Kranz benötigt man Wolle (hier ist man völlig frei, welche Wolle man verwendet, ich habe Gründl King Cotton, Fb. 17, LL 78 m benutzt).
  • Eine Häkelnadel in der passenden Stärke (bei mir 5 mm). Mit dieser Nadelstärke habe ich von der King Cotton ungefähr 2 ½ Knäuel verbraucht.
  • Einen Styropor-Kranz mit gewünschtem Durchmesser (da ich es gern etwas größer und voluminöser mag, nehme ich immer zwei halbe Kränze mit 30 cm Durchmesser und fixiere diese mit Klebeband, um einen vollen Kranz zu erhalten (bei uns gibt es leider immer nur diese halben Kränze).

Dafür häkle ich ein Rechteck, das Rechteck muss so breit sein, dass es gerade so um den Kranz reicht (siehe Bild unten links) und so lang, dass es außen um den Kranz reicht (siehe Bild unten rechts). Ich halte die Breite wirklich immer recht knapp, dann gibt es später beim zusammen nähen keine Wulst auf der Rückseite durch überlappen. Außerdem häkle ich gern nur soviel, wie es tatsächlich sein muss, mehr Maschen pro Reihe heißt ja auch mehr Wollverbrauch. Hier muss man ggf. öfter probieren. Ich häkle immer 3-4 Reihen und teste dann, ob es wirklich gut sitzt. Die ersten Reihen muss man also unter Umständen öfter aufribbeln, bis es passt.

   

Bislang habe ich für meine Kränze immer die Flauschwolle aus dem T€di verwendet, da diese sich nur schwer häkeln lässt, hab ich sie einfach gestrickt, komplett rechte Maschen. Diese Kränze sehen dann aus wie auf dem Bild unten rechts.

   

Den Frühlingskranz nun wollte ich aber häkeln, das Muster, das aus festen Maschen entsteht, finde ich für einen Kranz aber ein wenig zu langweilig. Also habe ich (in meinem Fall) 37 Luftmaschen angeschlagen, die ersten zwei Luftmaschen übersprungen und dann 35 halbe Stäbchen gehäkelt. Ab hier habe ich nur noch in die hinteren Maschenglieder gehäkelt. Also, 2 Wendeluftmaschen anschlagen, Häkelstück wenden und 35 halbe Stäbchen ins hintere Maschenglied. Das ganze so lange, bis der "Schal" ausreichend lang war, um außen um den Kranz zu reichen (siehe Fotos).

   

Auf den Bildern hatte ich die gewünschte Länge noch nicht erreicht. Hier bemesse ich eher nicht ganz so knapp, sondern so, dass es ohne viel Spannung herumreicht, zu locker darf es natürlich auch nicht sein, zumal noch eine Reihe folgt. Und zwar sollten sich dafür der Anfangs- und der aktuelle Faden auf einer Seite des Häkelstücks befinden, dann hat man eine gerade Anzahl an Reihen gehäkelt. Jetzt hält man Anfang und Ende (letzte Reihen) aneinander, so dass die Schlaufe hinten und der Anfang vorn ist. Nun in die erste Masche einstechen und die Schlaufe durchholen, zwei Luftmaschen häkeln und in die gleiche Masche, durch die der Faden geholt wurde ein halbes Stäbchen häkeln. Beide Teile nun bis zum Reihenende mit halben Stäbchen verbinden. Sieht die Verbindungsstelle aus, wie auf dem 4. Bild (unten rechts), dann ist alles richtig. Der Unterschied zum übrigen Muster ist kaum sichtbar. An dieser Stelle habe ich das Band zum Aufhängen platziert, so ist selbst der schwache Unterschied nicht mehr zu erkennen.

   

   

Jetzt wird der Kranz angezogen :o) Dafür das Häkelstück außen über den Styroporkranz ziehen. Ich fixiere ihn dann so, wie ich ihn später zusammen nähe, mit Stecknadeln, das korrekte Zusammennähen wird dadurch wesentlich leichter. Es ist nämlich wichtig, dass man immer nur dieselbe Reihe zusammen näht, außen wird das Häkelstück dafür etwas gedehnt, innen etwas zusammen gedrückt. Achtet man hier nicht auf die richtigen Reihen, sieht man das später am Kranz, alles wird schief und evtl. auch faltig. Auf den Bildern sieht man auch noch einmal, dass ich wirklich immer recht knapp häkle, dass es gerade so herum reicht.

   

Hat man rundherum zusammengenäht, fehlt nur noch das Band zum Aufhängen. Natürlich kann man einfach ein gekauftes Schleifenband verwenden, stilvoller ist allerdings ein gehäkeltes. Das ist natürlich ungünstig, wenn man das Band in der Tür einklemmen muss, dann sollte man das gehäkelte Band auf keinen Fall doppelt nehmen, denn dann bekommt man Probleme beim Schließen. Muss man das nicht - ich habe extra einen Haken außen an der Tür - ist das allerdings kein Problem. Einfach macht ein gehäkeltes Band normaler Weise aber auch kein Problem, wenn man es einklemmen muss, da muss man das Band dann entsprechend anders am Kranz befestigen.

Für das Band häkle ich im Prinzip ein Oval - wenn auch ein sehr langes. Ich häkle also an beiden Seiten der Luftmaschenkette, ohne diese zu wenden, sondern drehe sie - siehe auch Skizze unten. Wer schon mal ovale Teile (bei Füßen z. B.) gehäkelt hat, weiß, was ich meine :o) Das Band muss also entsprechend lang sein, das muss man dann auch wieder ausmessen. Bei mir waren es 100 LM + 2 Wendeluftmaschen. Ich habe also wieder 2 Luftmaschen übersprungen und bis einschließlich der vorletzten Luftmasche halbe Stäbchen gehäkelt. In die Letzte Luftmasche kommen 5 halbe Stäbchen. Jetzt wird nicht gewendet, sondern eben auf der Unterseite der Luftmaschenkette weiter gehäkelt, wieder halbe Stäbchen in jede Masche bis einschließlich der vorletzten Masche. In die letzte kommen nun 4 halbe Stäbchen und die Runde wird mit einer Kettmasche in die erste Masche geschlossen. Ich habe die Farbe nun beendet, da ich für die zweite Reihe eine andere Farbe verwende. Also Beenden und Fäden vernähen. Mit der zweiten Farbe anketten und nun im Wechsel rundherum 1 Kettmasche, 1 Luftmasche häkeln.

 

Nun noch den Kranz nach Geschmack bestücken und fertig ist er, herzlichen Glückwunsch.