Mein allererstes Amigurumi

Ich versuche - da es bei mir ja noch nicht sooo lange her ist, dass ich mit dem Häkeln und den Amigurumis begonnen habe - alle Überlegungen und Fragen, die dazu aufkommen könnten, anzusprechen, um den Einstieg zu erleichtern. Es wird einiges an trockenem Text werden, aber vielleicht hilft es ja, nimmt eventuell sogar die Hemmungen, davor, anzufangen und am Ende gibt es dann auch das erste Amigurumi, versprochen! :o)

Alles, was Du zunächst dafür brauchst, ist Wolle in verschiedenen Farben (ein bis zwei verschiedene Wunschfarben, zusätzlich etwas weiß und etwas schwarz - alles möglichst in der gleichen Stärke, damit die Proportionen stimmen), eine Häkelnadel in passender Größe, etwas Füllwatte (zur Not geht erst einmal auch etwas Kissenfüllung - die Vorteile von Füllwatte und deren Unterschiede erkläre ich weiter unten) eine Stopf- oder Wollnadel (mit großer Öse, wo die Wolle durchpasst), eine Schere und evtl. ein paar Stecknadeln. Einige dieser Dinge hat man sicher sowieso zu Hause.

Zunächst ein paar Tipps:

Welche Wolle?

Grundsätzlich eignet sich jede Wolle, die sich auch zum Stricken eignet. Allerdings nur grundsätzlich.

Zu Beginn würde ich wirklich zu mercerisierter Baumwolle raten (mercerisieren ist eine spezielle Behandlung für Wolle/Gewebe). Diese Wolle teilt sich zum Einen beim Häkeln nicht so leicht in einzelne Fäden auf, zum Anderen behält (und das gilt auch für unbehandelte) Baumwolle besser die Form. Das heißt nicht, dass z. B. Polyacryl-Garn irgendwann nicht mehr so aussieht, wie vorher und Baumwolle schon, sondern dass man schon beim Häkeln mit Baumwolle die Form sehr schön vorgeben kann und man durch Stopfen nicht mehr sehr viel falsch machen kann. Mit Polyacryl-Garn kann man das nicht, denn Figuren aus diesem Garn kann man durch gezieltes oder auch falsches Stopfen (beinahe) beliebig in der Form verändern. Das dürfte besonders zu Beginn sehr problematisch sein.

Hat man etwas Übung, ist es wirklich (fast) egal, womit man häkelt, ich persönlich finde Baumwolle aber für Amigurumi, besonders, die als Deko oder zum Spielen dienen sollen, am besten. Für Kuscheltiere zum Schmusen verwende ich allerdings lieber echte Wolle oder sonstige, sich möglichst kuschelig anfühlende Garne. Letztlich entscheidet dann aber der persönliche Geschmack, welche Wolle man verwendet.

Wie bereits erwähnt: fängt man eben erst an, ist Baumwolle, insbesondere die mercerisierte, am geeignetsten. Es gibt verschiedene Anbieter für mercerisierte Baumwolle, die umfangreichste Farbauswahl hat meines Wissens Schachenmayr Catania, vergleichbar sind auch Schöller & Stahl Limone, Lana Grossa Cotone, NEXT Yarns Cotton, Phildar Phil 3, Scheepjeswol Catona, Katia capri uvm. Von vielen dieser Marken gibt es auch etwas dickere, mercerisierte Baumwolle, wenn man einfach größere Figuren häkeln möchte.

Welche Nadelstärke?

Pauschal kann man das so nicht beantworten, denn welche Nadelstärke man verwendet, hängt von vielen Faktoren ab, nämlich von der verwendeten Wolle und von der eigenen Häkelweise (eher fest oder locker) und nicht zuletzt, was es werden soll bzw. wie fest man vorhat, zu stopfen.

Beginnen wir mit der verwendeten Wolle. An jedem Wollknäuel befindet sich eine Banderole, auf der u. a. auch eine empfohlene Nadelstärke angegeben ist. Diese Nadelstärke kann man zunächst als Richtwert ansehen. Da Amigurumis aber gestopft werden und in der Regel sogar sehr fest, werden die Löcher zwischen den Maschen mit der empfohlenen Nadelstärke meist zu groß und damit nach dem Stopfen gut sichtbar, so dass die Füllwatte zu sehen ist. Das ist natürlich nicht so schön. Deshalb würde ich grundsätzlich dazu raten, eine 0,5 mm kleinere Nadel als die kleinste empfohlene Nadelstärke zu verwenden und dann zu testen. Also einfach mal ein paar Runden häkeln, dann von unten mit dem Finger das Gewebe dehnen, und wenn die Löcher nicht wirklich größer werden, dann ist es eigentlich richtig. Zu fest sollte es allerdings auch nicht werden, denn dann sieht man auch wieder Löcher - klingt komisch, ist aber so. Außerdem ist das Maschenbild beim zu festen Häkeln auch nicht sehr schön. Man sollte also möglichst locker bleiben und versuchen, so gleichmäßig wie möglich zu häkeln.

Bei mir hat das ziemlich lange gedauert, bis ich die optimale Haltung und Technik gefunden habe. Geholfen haben mir dabei die Addi Swing Nadeln. Das Häkeln damit ist ziemlich ungewohnt, aber man lernt, locker zu bleiben und den richtigen Bewegungsablauf des Handgelenks, so dass ein ermüdungsfreies Arbeiten möglich wird. Wenn das alles in Fleisch und Blut übergegangen ist, dann kann man auf „richtige“ Häkelnadeln umsteigen. Ich habe etliche Nadeln probiert und habe letztlich zwei Marken gefunden, die ganz großartig sind und sich kaum unterscheiden: Clover Amour und Tulip Etimo (die Tulip ist minimal vorn). Das entspricht natürlich nur meinem Geschmack und kann für jeden anders sein. Wenn man sich noch nicht sicher ist, ob man auch weiterhin häkeln möchte oder man es nur mal ausprobieren möchte, sollte man natürlich zunächst zu einer günstigeren Nadel greifen.

Nicht zuletzt ist noch wichtig, soll es Deko werden oder was zum Kuscheln. Für Deko (oder auch Puppen u. ä.) wird eher möglichst eng gehäkelt, damit man sehr schön fest stopfen kann. Soll es ein Kuscheltier und damit beschmust werden, wird eher lockerer gehäkelt und auch nur locker gestopft, damit man es schön knautschen und schmusen kann. Häkelt man fest und stopft dann nur locker, sieht das Ergebnis meist beulig und nicht sehr schön aus. Deshalb: locker häkeln, locker stopfen. Ebenso Kleidung für Puppen z. B., auch diese wird eher locker gehäkelt, und dafür hält man sich dann doch eher an die Vorgaben auf der Banderole der Wolle.

Grundsätzlich muss man aber zu Beginn oder beim Verwenden einer neuen Wolle erst einmal probieren, auch wenn es nervt :o)

Aus diesen Gründen sind die Angaben zu Wolle und Nadelstärke in meinen Anleitungen immer nur Richtwerte, die UNBEDINGT an die oben erwähnten Punkte angepasst werden muss.

Jetzt noch die richtige Füllwatte. Stopfen war für mich lange Zeit gar nicht so einfach, wie es sich anhört. Im Nachhinein lag es bei mir an der falschen Füllwatte. Viele verwenden Kissenfüllungen, kann man machen, ich habe es nicht probiert und sehe die Notwendigkeit eigentlich auch nicht (der Preisunterschied ist marginal). Zu Füllwatte habe ich bereits schon einen Beitrag geschrieben, in dem es nicht nur um Füllwatte sondern auch um weitere nützliche Werkzeuge geht, die man aber nicht unbedingt sofort benötigt, evtl. springt der Amigurumi-Funke gar nicht über … Den Beitrag findet man hier (klick!).

Was ich hier nicht erkläre, ist das Häkeln selbst, also wie man feste Maschen, Luftmaschen, Kettmaschen und idealer Weise einen Faden- oder auch Maschenring. Zu beidem findet man viele Videos und Tutorials im Internet. Den Faden-/Maschenring empfehle ich, wirklich, wirklich zu üben, auch wenn er zunächst etwas schwierig scheint. Es lohnt sich aber, denn er ist gar nicht so schwer und das Ergebnis wird einfach viel schöner als mit der Alternative (2LM, in die 2. Masche von der Nadel aus die entsprechende Anzahl feste Maschen häkeln). Der Nachteil dieser alternativen Methode ist, dass man das Loch in der Mitte nicht zuziehen kann, es also normalerweise größer bleibt, wohingegen beim Faden-/Maschenring eben kein Loch bleibt.

Auch würde ich wirklich empfehlen, einfach erst mal so etwas wie Topflappen in Reihen zu häkeln (es müssen keine Topflappen sein, man kann es ja auch hinterher wieder aufdröseln), um ein Gefühl für Nadel und Wolle zu bekommen. Es geht auch ohne, aber es wäre natürlich leichter - und ggf. das Ergebnis auch direkt schöner.

 

So, eigentlich haben wir nun alles, was wir für das erste Amigurumi benötigen. Fehlt nur noch eine Anleitung. Man findet hier auf meiner Seite eine ganze Menge davon, für den Anfang würde ich aber etwas einfaches vorschlagen, dafür habe ich extra eine Figur entworfen, die einfach zu machen ist und mit der man die Grundlagen lernt.

Was man wissen sollte, sind ein paar Begriffe, die eigentlich in allen meinen Anleitungen (und natürlich auch in anderen) verwendet werden:

fM = feste Masche
LM = Luftmasche
KM = Kettmasche
MR = Maschenring/Fadenring (magic ring)

Noch ein paar Erklärungen zum Aufbau meiner Anleitungen und die ein oder andere Begrifflichkeit und deren Ausführung:

Es wird Teil für Teil beschrieben, die Zahl vorn ist die Rundenzahl (so kann man immer mal nachzählen, ob man noch richtig ist), dann wird mithilfe der Abkürzungen beschrieben, was in dieser Runde zu häkeln ist und am Ende (in Klammern) steht - zumindest in meinen Anleitungen - die Anzahl der Maschen, die man in dieser Runde haben sollte. Das finde ich - besonders am Anfang, aber auch später noch - sehr hilfreich, um kontrollieren zu können, ob man alles richtig gemacht hat, wenn man sich nicht sicher ist.

Die meisten Teile beginnen mit einem Maschenring, in den dann eine gewisse Anzahl an festen Maschen gehäkelt wird. Bei mir sieht das dann so aus: "MR mit 6fM" <- d. h. man macht einen Maschenring und häkelt in diesen 6 feste Maschen.

Maschen verdoppeln (Zunahme) bedeutet, dass man in eine Masche der Vorrunde nun 2 Maschen häkelt, also zweimal in die gleiche Masche einsticht.

Maschen zusammen häkeln (Abnahme) bedeutet: es werden die nächsten zwei Maschen zusammen gehäkelt. Hierfür empfehle ich die sogenannte „unsichtbare Abnahme“. Diese ist ganz einfach: man sticht mit der Nadel in die erste Masche ein, aber nur in das vordere Maschenglied (also das näher am Körper ist) ein, sticht direkt danach, ohne zwischendurch einen Faden zu holen, durch das vordere Maschenglied der nächsten Masche, holt jetzt den Faden durch beide Maschenglieder und häkelt nun die Masche wie gewohnt zu Ende. Die Abnahme ist so auch beim späteren Stopfen kaum sichtbar. Auch bei den Abnahmen darauf achten, locker zu bleiben und gleichmäßig zu häkeln, umso weniger sieht man die Stelle.

  

Da (außer bei wenigen Ausnahmen) in Spiralrunden gehäkelt wird (d. h. es wird fortlaufend gehäkelt, ohne die Runden tatsächlich mit einer Kettmasche zu beenden), empfiehlt es sich, den Rundenanfang mithilfe eines andersfarbigen, möglichst dünneren Faden zu markieren. Man kann den Faden entweder nach jeder Runde herausziehen oder - und so mache ich das - den Faden nach jeder Runde einfach wieder von hinten nach vorn, dann von vorn nach hinten usw. legen. Auf diese Weise kann man problemlos bis zu einer bestimmten Stelle aufdröseln oder auch die bisherigen Runden zählen.

  

Beenden: wenn ich beenden schreibe, heißt das, bei mir, Faden abschneiden und das lose Ende heraus ziehen.


Unter Schließen versteht man bei mir: das heraus gezogene Ende des Fadens durch eine entsprechende Stopf- oder Wollnadel fädeln und die äußeren Maschenglieder nacheinander aufnehmen (nicht direkt hintereinander, sondern ein Maschenglied aufnehmen, durchziehen, nächstes Maschenglied aufnehmen, durchziehen usw.). Sind alle (meist 6) Maschenglieder aufgefädelt, mit der Nadel durch die Mitte nach innen stechen und irgendwo an der Seite wieder heraus kommen, durch Ziehen das Loch schließen.

  

Unsichtbar vernähen bedeutet dann: Zurück durch die gleiche Masche, bei der man heraus gekommen ist, zum Anfang stechen, aber um eine Runde versetzt herauskommen und dort den Faden um eine Masche herum 2-3 Mal verknoten. Den entstandenen Knoten einfach nach innen ziehen, indem man direkt neben dem Knoten wieder nach innen sticht, an der Seite wieder herauskommt und solange zieht, bis der Knoten nach innen verschwunden ist (ggf. mit der Nadel nachhelfen). Dann den Faden straff ziehen und dicht an der Figur abschneiden, darauf achten, nicht in die Maschen zu schneiden sondern wirklich nur den Faden.

Zwischen Kopf und Körper erfolgt ein Farbwechsel. Ausführlich beschrieben ist dieser, für einen möglichst unauffälligen Wechsel, hier (klick!). So perfekt muss es für das erste Amigurumi aber nicht unbedingt sein, es reicht auch ein ganz normaler Wechsel, dafür wird die letzte Masche in der ersten Farbe normal begonnen, also einstechen, Faden holen, jetzt den neuen Faden hinter das Häkelstück halten, den aktuellen Faden dabei weiter straff halten, und nun die Masche mit der neuen Farbe holen. Wer sich das noch nicht zutraut, kann den Farbwechsel auch einfach weglassen und das Teil einfarbig häkeln, das ist auch nicht schlimm :o)

Welche Seite nach außen kommt, habe ich hier (klick!) bereits erklärt. 

So, jetzt kann es - glaube ich - losgehen :o)

Mein allererstes Amigurumi

Ich habe dafür etwas dickere Baumwolle verwendet und eine etwas dickere Nadel, als die von mir oben angegebenen Sorten. Auf der Banderole angegeben ist Stärke 4-4,5 mm. Für meine Häkelweise (eher locker) ist das viel zu groß, da gäbe es sehr große Löcher, deshalb verwende ich die Nadelstärke 3,0 mm. Die Wolle hat eine Lauflänge von 90m / 50 g.

Zu Beginn habe ich noch die ein oder andere Erklärung am Ende der Runde angefügt.

Begonnen wird mit Wunschfarbe A (für Kopf, Arme und Beine).

Kopf/Körper:
1. MR mit 6fM (6)
2. jede fM verdoppeln (12) <- das bedeutet, das in jede der 6 Maschen jeweils 2 feste Maschen gehäkelt werden, die Angabe gilt also bis zum Rundenende, am Rundenende hat man 12 Maschen.
3. jede 2. fM verdoppeln (18) <- d. h. 1 feste Masche häkeln, in die nächste Masche 2 feste Maschen häkeln, am Ende hat man dann 18 Maschen in dieser Runde.
4. jede 3. fM verdoppeln (24)
5. jede 4. fM verdoppeln (30)
6. jede 5. fM verdoppeln (36)
7.-12. (6 Runden) fM in jede M (36) <- d. h. hier wird in den nächsten 6 Runden keine Zunahme und keine Abnahme gemacht, sondern in jeder Runde eine feste Masche in jede Masche gehäkelt.
13. jede 5. und 6. fM zusammen häkeln (30) <- d. h. man häkelt 4 feste Maschen und häkelt dann die nächsten zwei Maschen (wie oben beschrieben) mittels unsichtbarer Abnahme zusammen.
14. jede 4. und 5. fM zusammen häkeln (24)
15. jede 3. und 4. fM zusammen häkeln (18)
Bevor nun die Öffnung noch kleiner wird, wird mit dem Stopfen begonnen, der Kopf kann hier schon etwas gestopft werden, aber noch nicht komplett und nicht ganz bis oben hin, so dass man noch bequem weiter häkeln kann. Solange man noch nichts anderes hat, tun es zum Stopfen erst einmal die Finger. Die Figur sollte schön fest gestopft werden, die Füllung sackt später noch ein klein wenig zusammen. Das kann also ruhig recht fest sein. Beim Stopfen sollte man darauf achten, dass keine Beulen entstehen, wo keine Beulen hin sollen, alles möglichst gleichmäßig. Ich stopfe dafür zuerst immer die äußeren Bereiche, also Füllung rein, und dann nach außen drücken, nachfüllen, wieder nach außen, so dass die neue Füllwatte immer wieder in die Mitte kommt, bis die Figur komplett gestopft ist.
16. jede 2. und 3. fM zusammen häkeln (12)
Hier nun - wie oben beschrieben, die Farbe wechseln zu Wunschfarbe B.
17. jede 2. fM verdoppeln (18)
18. jede 3. fM verdoppeln (24)
Hier den Kopf fertig stopfen. Da die Halsöffnung nun kleiner ist, kann man hier die umgedrehte Häkelnadel o. ä. zu Hilfe nehmen. Sollte man sich mit dem Häkelvirus infizieren, dann kann man sich später noch Werkzeug dafür zulegen. Es lohnt sich :o)
19. jede 4. fM verdoppeln (30)
20. jede 5. fM verdoppeln (36)
21.-26. (6 Runden) fM in jede M (36)
27. jede 5. und 6. fM zusammen häkeln (30)
28. jede 4. und 5. fM zusammen häkeln (24)
29. jede 3. und 4. fM zusammen häkeln (18)
Hier am besten wieder mit dem Stopfen beginnen, auch hier wieder erst mal locker und nicht bis zum Rand.
30. jede 2. und 3. fM zusammen häkeln (12)
Nun die Figur fertig stopfen.
31. je zwei fM zusammen häkeln (6) <- In dieser Runde sind zunächst 12 Maschen übrig, d. h. man muss immer zwei Maschen zusammen häkeln, ohne „normale“, einzelne Maschen zwischendrin, so dass am Ende nur noch 6 übrig bleiben. Auch hier wieder so entspannt wie möglich beim Häkeln bleiben.
Beenden, schließen, Faden unsichtbar vernähen. (Erklärung dazu weiter oben)
Hat man alles richtig gemacht, sieht die letzte Runde gar nicht soviel anders aus, als die erste :o)

Prima, Kopf und Körper sind nun schon einmal fertig.

Kommen wir zu den Augen. Später kann man auch Glas- oder Sicherheitsaugen verwenden, für den Anfang möchte ich aber zeigen, dass man nicht unbedingt viel Zubehör zum Starten benötigt. Diese Augen sind, sofern sie ordentlich angenäht werden, durchaus Kindertauglich. Annähen werden wir aber erst später :o)

Auge (2x):
weiß
1. MR mit 6fM (6)
2. jede fM verdoppeln (12)
Beenden, Faden zum Annähen lassen.

Pupille (2x):
schwarz
1. MR mit 6fM (6)
Beenden, Faden zum Annähen lassen.

Bein (2x):
Wunschfarbe A
1. MR mit 6fM (6)
2. jede fM verdoppeln (12)
3. jede 2. fM verdoppeln (18)
4.-6. (3 Runden) fM in jede M (18)
7. sechs mal je zwei fM zusammen häkeln, 6fM (12)
8. fM in jede M (12)
Nun den Fuß ausstopfen.
Oben flach zusammen klappen und mit 6fM zusammen häkeln, dafür immer durch die Vorderseite und die Hinterseite stechen.
Beenden und etwas Faden zum Annähen lassen.

Arm (2x):
Wunschfarbe A
1. MR mit 6fM (6)
2. jede fM verdoppeln (12)
3.-4. (2 Runden) fM in jede M (12)
Arm ausstopfen.
5. jede 3. und 4. fM zusammen häkeln (9)
6.-8. (3 Runden) fM in jede M (9)
Auch hier wieder flach zusammen klappen und mit 4 fM zusammen häkeln.
Beenden, Faden zum Annähen lassen.

Jetzt sind alle Einzelteile für die Figur fertig, nun geht es an das Zusammennähen. Hiermit haben einige Leute Probleme, weil keine Lust und schnell gefrustet. Ich fand das ehrlich gesagt nur am Anfang anstrengend, weil ich immer so ungeduldig war und die Figur fertig haben wollte. Natürlich war es auch ungewohnt und hat lange nicht so gut ausgesehen und geklappt, wie mittlerweile. Allerdings würde ich wirklich empfehlen, sich durch die erste Zeit diszipliniert durchzuarbeiten und die Sachen nicht liegen zu lassen, denn nur Übung macht den Meister und mit ein bisschen Übung ist es gar nicht mehr so schlimm.

Also fangen wir an. Als erstes nähen wir die Pupille auf die weiße Augenfläche. Dafür den schwarzen Endfaden durch einen Nadel fädeln und dann schön gleichmäßig und möglichst ordentlich Masche für Masche festnähen, rundherum. Dann Anfangs- und Endfaden der Pupille hinten gut verknoten und die Fäden kürzen.
Jetzt kann man noch mit einem der weißen Fäden einen sogenannten Lichtpunkt aufsticken (einfach mit einem Stich, am besten senkrecht), dadurch wirkt das Auge lebendiger.

   

Nun alle Teile mit Stecknadeln feststecken, wo sie hingehören so lange umstecken, bis alles da sitzt, wo es sitzen soll.

  

Dann Teil für Teil, Masche für Masche, sorgfältig festnähen. Die Fäden werden ähnlich fixiert, wie beim Schließen des Körpers beschrieben, die Restfäden werden im Körper versteckt und was übrig bleibt, abgeschnitten. Alternativ kann man auch von zwei Teilen jeweils die Fäden auf die andere Seite des Amigurumis führen, dabei müssen beide Fäden durch die gleiche Masche herausgeführt werden. Beide Fäden gut verknoten (mindestens drei Mal) und den letzten Knoten sehr gut festziehen, auch hier die Fäden im Körper verstecken, Überstände abschneiden.

Am Ende noch einen Mund aufsticken (oder auch nicht, ganz nach Geschmack) und schon ist das allererste Amigurumi fertig. Herzlichen Glückwunsch! :o)

Ich hoffe, ich kann hiermit dem Einen oder Anderen die Angst vorm „Loslegen“ nehmen :o)